Stirbt man wirklich früher, wenn man schlechter schläft?

Dienstag, 4. Mai 2010

„Über Interpretationen kann man streiten, über wissenschaftliche Fakten nicht“, so die Aussage von Dr. Christoph Klug, welcher bei einer Veranstaltung des Netzwerks Canaletto über die Auswirkungen der Schichtarbeit auf den menschlichen Organismus referierte.

Viele seiner Ausführungen empfanden die anwesenden Betriebs- und Personalräte als treffende Beschreibung ihrer Erfahrungen. Schlafstörungen, häufige Infektionskrankheiten, schwere Erkrankungen und psychische Störungen sind die Begleiterscheinungen einer flexiblen Arbeitswelt. Über die Gründe und Auswirkungen diskutierten dabei die anwesenden Belegschaftsvertreter intensiv. Dabei stellten einige Anwesende die richtigen Fragen: „Warum unterhalten wir uns ständig nur über den Umgang mit Gefahrenstoffen und nicht einmal über das Schädlichste für den menschlichen Körper – nämlich den 12-Sundenschichten in der Nacht?“  Dieses Thema weiterhin zu thematisieren – das war die Kernaussage der anwesenden Betriebsräte verschiedener regionaler Firmen, welche in Mehrschichtsystemen arbeiten. Ein Ziel ist dabei die Einbindung der Gewerkschaften und Politik in diese Thematik, „denn auf deren Unterstützung werden wir zählen müssen“, so Bernhard Fischer abschließend.