Jörg Furkert ruft zur Betriebsratswahl auf

Ich bin Betriebsrat geworden, weil ich mich aktiv einmischen und nicht warten wollte, dass andere für mich entscheiden. Deshalb bin ich nach über 10 Jahren immer noch BR, weil ich gemerkt habe, dass ich zum einem gemeinsam mit anderen viel bewegen kann und zum anderen mich die BR-Arbeit und die möglichen Qualifizierungsmaßnahmen auch persönlich weiterbringen. Den Kolleginnen und Kollegen die noch keinen BR haben, kann ich nur raten - traut Euch! Mit Unterstützung und Beratung der Gewerkschaften ist das auch in schwierigen Firmen möglich. Wir verkaufen schließlich täglich unsere Arbeitskraft und da sind die Bedingungen, unter denen wir das tun, zu regeln. Jede Firma hat den Betriebsrat den sie verdient (gewählt) hat. Und die die keinen haben, haben was besseres verdient. Da ich weis, dass so ein Statement auch immer etwas abstrakt klingt, kann ich gern auf unser betriebliches Beispiel verweisen. Wir haben aus einer schier aussichtslos erscheinenden Situation - einer Werkschließung - etwas gemacht - wir haben als Belegschaft geschlossen dagegen gekämpft und unsere Arbeitsplätze erhalten. Und dieses hat vorher kaum einer für möglich gehalten! Also nächstes Jahr sind wieder BR-Wahlen und darum: HAST DU KEINEN - WÄHL DIR EINEN und bist Du mit Deinem BR nicht zufrieden - misch dich ein und kandidiere vielleicht selber für den BR!

Jörg Furkert ist Betriebsratsvorsitzender der COOOLCase GmbH in Dresden.

 

Annette Groß (Deutsche Telekom) über die Rolle von Betriebsräten

Wozu brauchen wir Betriebsräte?

Wie schön wäre es in unserem Land, so denken Arbeitgeber und auch einige Politiker, gäbe es nur keine Betriebsräte! Es wäre dann z.B. möglich, die Mitarbeiter arbeiten zu lassen, wann es der Arbeitgeber will, solange er es will und er könnte ohne Probleme die Arbeitszeit täglich, sogar stündlich, der Auftragslage anpassen.Auch  könnte er  seine Mitarbeiter jederzeit dort einsetzen, wo er es für richtig hält, sei es in Dresden, Elmshorn oder weltweit, ohne irgend jemanden zu fragen.Den Arbeits- und Gesundheitsschutz bräuchte er nur in soweit einzuhalten, dass ihn der Gesetzgeber bei Verstößen nicht erwischt.Kurzum, er könnte sein Unternehmen wie ein Gutsbesitzer des 19. Jahrhunderts führen.

PS.: Es gibt durchaus auch Arbeitgeber, die erkannt haben, dass Betriebsräte ihnen u.a. auch den sozialen Frieden in ihrem Unternehmen sichern.

An diesem Statement haben Chris Henke und Armin Steinmann mitgewirkt

Wählen gehen!!

Das Wählen von Vertretern durch die Menschen ist eine der Säulen unserer Demokratie. Das gilt bei Wahlen für politische Gremien wie den Bundestag oder die Landtage, aber auch bei Betriebsräten.

Belegschaften mit mindestens 5 Beschäftigten haben ein Recht darauf ein Mitbestimmungsgremium zu wählen und dieses ist verpflichtet, die Interessen der Belegschaft gegenüber dem Arbeitgeber zu vertreten.

Wählen gehen lohnt sich also und es ist keine verschwendete Zeit und Mühe sich mit seinen Rechten zu befassen und diese aktiv in Anspruch zu nehmen. 

Nicht meckern sondern handeln!